Liebe & Partnerschaft

Die Akte Ex: Jede:r Fünfte hat schon einmal den:die Ex zurückgenommen

Im Schnitt haben Menschen in Deutschland 3,4 Beziehungen, das ergab zuletzt die bevölkerungsrepräsentative ElitePartner-Studie 2019. Entsprechend viele Ex-Partner:innen bringt jede:r gedanklich mit in eine neue Beziehung. Wie Singles und Liierte damit umgehen, wenn die engste Vertrauensperson zum:r Fremden wird, hat die bevölkerungsrepräsentative ElitePartner-Studie 2021 untersucht: Neue Daten zeigen, wie häufig Sex mit dem:r Ex wirklich ist, wie viele Liierte trotz neuer Beziehung noch an dem:der letzte:n Partner:in hängen und wie sehr die erste große Liebe prägt.

Jede:r Vierte ist noch mit einem:r Ex befreundet – auch trotz neuer Beziehung

Aus heißt nicht immer vorbei: 29 Prozent der Menschen in Deutschland haben noch Kontakt zu mindestens einem:r früheren Partner:in, jede:r Vierte ist sogar noch mit einem:r Ex befreundet (26 Prozent). Singles stehen dabei deutlich häufiger noch in Verbindung (32 Prozent) oder haben eine freundschaftliche Beziehung (31 Prozent) mit Verflossenen. Bei Liierten ist das etwas seltener – doch auch knapp jede:r vierte Liierte pflegt noch eine Freundschaft zu einem:r Ex (23 Prozent; Kontakt: 27 Prozent). Je länger die Beziehung, desto geringer ist allerdings der Ex Faktor. 42 Prozent der Liierten, die 3 Monate bis 1 Jahr mit ihrem:r Partner:in zusammen sind, an, stehen noch in Ex-Kontakt. Ab einem Jahr Beziehungsdauer sind es bereits nur noch 34 Prozent. Auch Kinder scheinen als verbindendes Element einen Einfluss zu haben: So geben deutlich mehr Singles mit Kindern (43 Prozent) an, noch Kontakt zu einem:r Ex zu haben, als Singles ohne Kinder (30 Prozent).

Love on Repeat: Ein Fünftel wurde schon rückfällig

Bei manchen geht es sogar noch weiter: 21 Prozent der Menschen in Deutschland sind nach einer Trennung schon einmal wieder mit einem:r Ex-Partner:in zusammengekommen. Und auch das Phänomen „Sex mit dem Ex“ ist vielen nicht fremd. 19 Prozent geben zu, dass sie schon einmal mit einem:r Ex im Bett gelandet sind, obwohl die Beziehung eigentlich schon vorbei war. Besonders alle, die derzeit in ihren Dreißigern sind, entdecken gerne Altes neu, hier sind 28 Prozent schon einmal wieder zusammengekommen und bei 23 Prozent hat es immerhin für eine heiße Nacht gereicht. Allerdings gibt es auch einen Teil, der weitaus konsequenter ist: So geben 22 Prozent aller Befragten an, bei einer Trennung grundsätzlich jeden Kontakt abzubrechen.

Unverarbeitete Trennung: Jede:r Sechste vermisste trotz neuer Beziehung den:die Ex

Ob noch Kontakt besteht oder nicht: Besonders brisant wird es, wenn der:die Ex noch in den Gedanken herumspukt, obwohl es eigentlich schon eine:n neue:n Partner:in im Leben gibt. 16 Prozent der Befragten ist es schon einmal passiert, dass sie während einer Beziehung ihre:n Ex vermisst haben. Vor allem bei jüngeren Befragten ist dieses Phänomen häufig zu beobachten: Bei den 18- bis 29-Jährigen gibt jede:r Fünfte eine Ex-Schwärmerei zu (20 Prozent), bei den 30- bis 39-Jährigen mit 22 Prozent sogar noch etwas mehr.

Rachegedanken: Bei Frauen fast doppelt so häufig

Rache ist weiblich: Insgesamt kennt jede:r Sechste in Deutschland Rachegedanken gegenüber Ex-Partner:innen (17 Prozent). Allerdings verspüren Frauen deutlich häufiger das Bedürfnis, früheren Partner:innen eins auszuwischen – unter ihnen ist es jede Fünfte (21 Prozent) im Vergleich zu gerade einmal 13 Prozent der Männer. Vor allem Frauen in den Dreißigern kennen Rachegelüste (28 Prozent), wohingegen etwas ältere Frauen in ihren Fünfzigern (17 Prozent) und Sechzigern (14 Prozent) diesbezüglich eher immun sind.

Die erste große Liebe: Eine:r von fünf Befragten denkt gern daran zurück

Das erste Mal Verliebtsein – für viele hinterlässt diese besondere Erfahrung einen bleibenden Eindruck. Entsprechend denkt jede:r Fünfte, Frauen wie Männer, gerne an die erste große Liebe zurück (22 Prozent). Single-Männer ab 50 werden sogar besonders sentimental und erinnern sich an alte Zeiten (28 Prozent). Gerade unzufriedene Singles (29 Prozent) geraten ins Schwärmen und idealisieren ihre erste Beziehung stärker als Singles, die mit ihrem Solo-Leben zufrieden sind (22 Prozent). Einen großen Einfluss der ersten großen Liebe auf ihre Partnerwahl sehen allerdings die wenigsten: Nur 8 Prozent der Befragten meinen, dass ihre erste Liebe den Maßstab für alle folgenden Beziehungen gesetzt hat. Jüngere Singles unter 30 spüren hier noch am ehesten einen Effekt (11 Prozent). Jede:r Zehnte unter 30 neigt außerdem dazu, den:die aktuelle:n oder mögliche Partner:innen mit vergangenen Partner:innen zu vergleichen (10 Prozent, Gesamt: 6 Prozent).

Verbittert oder versöhnlich: Die vier Trennungstypen bei Singles

Im Rahmen der bevölkerungsrepräsentativen ElitePartner-Studie wurden darüber hinaus Singles befragt, wie sie konkret mit der Trennung von ihrem:r letzte:n Partner:in umgegangen sind. Die Daten zeigen vier Arten der Trennungsbewältigung:

1. Die Geklärten: Besonders Single-Frauen meinen rückblickend oft, es sei gut gewesen, dass ihre letzte Beziehung zu Ende ging (58 Prozent), Männer sehen das etwas seltener so (37 Prozent). Immerhin 4 von 10 Singles zeigen sich versöhnlich und wünschen ihrem:r Ex nur das Beste (38 Prozent). Jede:r Sechste hat sogar noch Kontakt zur Familie des:r Ex (16 Prozent)

2. Die Vermeider: Etwa jede zweite Single-Frau (45 Prozent) und jeder dritte Single-Mann (34 Prozent) haben keinen Kontakt mehr zum:r letzten Partner:in. 6 Prozent haben sogar regelrecht Angst vor einer Begegnung im „echten“ Leben. Online überwiegt dagegen die Neugier: So weit, den:die andere:n in sozialen Netzwerken zu löschen oder zu blockieren, gehen nur 16 Prozent.

3. Die Leidenden: Etwa jeder siebte Single kann die letzte Liebe noch nicht ganz loslassen und vermisst ihn:sie noch, schaut immer mal wieder in sozialen Netzwerken, was er:sie so macht und wünscht sich sogar, vielleicht doch wieder zusammenzukommen (je 14 Prozent). 12 Prozent sind dabei auch der Meinung, dass der:die andere sie bestimmt ebenso vermisst. 7 Prozent leiden so sehr, dass sie glauben, nie wieder so eine:n tolle:n Partner:in zu finden.

4. Die Wütenden: Bei jeder fünften Single-Frau (22 Prozent) und jedem siebten Single-Mann (14 Prozent) sitzt die Verletzung nach der letzten Trennung so tief, dass ihr Vertrauen in die Männer-/Frauenwelt grundlegend beschädigt wurde. 16 Prozent der Frauen und 7 Prozent der Männer bereuen sogar die komplette Beziehung und wünschen sich, man wäre nie zusammengekommen. Bei 6 Prozent geht der Unmut soweit, dass sie dem:der Ex keine neue Beziehung gönnen.

Psychologin Lisa Fischbach von ElitePartner: „Eine Trennung bedeutet nicht das sofortige Ende der Gefühle“

„Die Trennung einer Partnerschaft bedeutet nicht das sofortige Ende von verbindenden Gefühlen, sie setzt nur formal einen Schlussstrich hinter eine Beziehung“, so Diplom-Psychologin Lisa Fischbach von ElitePartner. „Oft scheitern Beziehungen aufgrund von scheinbar unlösbaren Konflikten, wiederholt zugefügten Verletzungen, Untreue und dem Gefühl, man hat sich auseinandergelebt. Mit Abstand und Beruhigung der akuten Emotionen wird der Blick wieder freier für das, was man verloren hat und möglicherweise noch liebt. Das erklärt die vielen zweiten Versuche oder Sehnsucht nach körperlicher Nähe.“

Quelle: ElitePartner

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