Liebe & Partnerschaft

Sex beim ersten Date? Jede:r Zweite in Deutschland ist offen dafür – nicht selten wird eine Beziehung daraus

Sex beim ersten Date – noch immer ein No-Go? Für die bevölkerungsrepräsentative ElitePartner-Studie wurden über 6.000 Singles und Liierte zu dem Thema befragt. Während jede:r Zweite offen für Sex beim ersten Date ist, erhöht das Warten für jeden:r Vierte:n die Spannung. 41 Prozent der Befragten haben es trotzdem schon einmal beim ersten Treffen getan. Für die Liebe ist das unerheblich – denn dass aus einem ersten Date, das im Bett endet, keine Beziehung mehr werden könne, ist ein Mythos.

Jede:r Zweite findet Sex beim ersten Date okay – ein knappes Drittel wartet, bis es ernster wird

Die Einstellungen rund um Sex beim ersten Treffen sind unterschiedlich – doch von einem No-Go lässt sich heute nicht mehr sprechen, das zeigt die bevölkerungsrepräsentative ElitePartner-Studie deutlich. Die Hälfte der Männer (50 Prozent) und vier von zehn Frauen (40 Prozent) hierzulande finden es grundsätzlich völlig in Ordnung, direkt beim ersten Date miteinander ins Bett zu gehen, wenn beide Lust darauf haben. 28 Prozent der Männer und 32 Prozent der Frauen warten hingegen lieber, bis sie sich sicher sind, dass es etwas Ernstes ist. Aber nicht nur aus Prinzip verzichten Singles auf den schnellen ersten Schritt: Etwa jede:r Vierte findet nämlich, dass das Warten auf Sex in der Kennenlernphase die Spannung erhöht und genießt es, diesen Moment in die Länge zu ziehen, Frauen (27 Prozent) übrigens ähnlich wie Männer (23 Prozent). Gerade einmal 15 Prozent finden beim ersten Date lediglich Küssen angemessen.

4 von 10 haben es schon mal beim ersten Date getan – bei der Hälfte wurde trotzdem eine Beziehung daraus

41 Prozent der Menschen in Deutschland hatten schon einmal Sex beim ersten Date – mit unterschiedlichem Ausgang: Knapp die Hälfte davon (23 Prozent) gibt an, dass im weiteren Verlauf keine Beziehung daraus wurde. Bei der anderen Hälfte (18 Prozent) hat der wilde Start dagegen nicht geschadet und es entstand eine Beziehung. Dazu passt, dass nur 14 Prozent der Befragten der Meinung sind, wer schon beim ersten Date im Bett landet, könne es gar nicht ernst meinen.

Jede vierte Frau bricht das Kennenlernen ab, wenn das Gegenüber schnell Sex möchte – und jeder fünfte Mann, wenn es zu lange dauert

Zu schnell, zu langsam – in puncto Sex beim Dating ist es nicht immer leicht, das richtige Tempo zu finden. Eine „Dating-Regel“ lässt sich immerhin entkräften: Dass vor dem dritten Date garantiert nichts laufen darf, sehen die wenigsten so (7 Prozent). Trotzdem bleibt das Timing schwierig: Wer zu forsch auf Nähe aus ist, könnte es sich mit seinem Gegenüber verscherzen, denn jede vierte Frau (25 Prozent) gibt an, dass jemand, der:die beim ersten Date schon ins Bett will, für sie nicht in Frage käme. Aber auch einige Männer lehnen das ab (12 Prozent). Zu langes Zögern wiederum kann auch Folgen haben, denn jeder fünfte Mann (19 Prozent) verliert das Interesse, wenn jemand zu lange mit dem Sex warten möchte (Frauen: 8 Prozent). 9 Prozent der Männer und 6 Prozent der Frauen haben sogar gezielt schnell Sex, um frühzeitig zu wissen, wie es im Bett harmoniert. Letztlich lässt sich also nur eines festhalten: Dass jede:r so lange warten sollte, wie er:sie sich wohlfühlt. Denn 19 Prozent der Frauen und 12 Prozent der Männer haben es auch schon einmal bereut, dass sie zu früh mit jemandem intim wurden. Gerade Jüngere lassen sich offenbar manchmal zu schnell hinreißen: Unter den 18- bis 29-Jährigen bereut sogar jede:r Fünfte (21 Prozent) zu frühen Sex beim Kennenlernen.

Jede:r Fünfte in Deutschland hatte schon einmal ein Sex-Date

Etwas anderes ist es, wenn von vorneherein feststeht, dass es bei einem Treffen nur darum gehen soll, miteinander ins Bett zu gehen – etwa, weil man sich auf einschlägigen Portalen dafür verabredet hat. Immerhin jede:r Fünfte (22 Prozent) hatte schon einmal ein solches Sex-Date. Besonders Befragte in den Dreißigern nutzen diese Möglichkeit, um sich in Zeiten ohne Partner sexuell auszuleben. So haben 29 Prozent der 30- bis 39-Jährigen in Deutschland schon einmal gezielt ein Treffen vereinbart, bei dem es nur um das Eine ging. Ob vor oder während Corona, bleibt offen – doch dass die Pandemie auch auf das Tempo und Timing von Sex beim Kennenlernen Einfluss nimmt, zeigen die Daten klar: Für 28 Prozent der Frauen und 16 Prozent der Männer käme es angesichts von Corona nicht in Frage, schon während der Kennenlernphase Sex zu haben.

Psychologin Lisa Fischbach von ElitePartner: „Der Umgang mit der Lust ist von der persönlichen Vorliebe abhängig, nicht vom Geschlecht“

„Ich finde, es ist längst an der Zeit, mit alten, geschlechtsstereotypen Sexmythen aufzuräumen“, kommentiert Psychologin und ElitePartner-Expertin Lisa Fischbach die Ergebnisse. „Zu oft wurde in der Vergangenheit übersehen, dass im Bereich Sexualität viele gesellschaftliche Veränderungen stattgefunden haben und sexuelle Bedürfnisse von Frauen und Männern weit ähnlicher sind, als häufig behauptet. Spannend ist, zu beobachten, dass viele mutiger sind und die erste gemeinsame Nacht als einen Start in eine neue Liebe wertschätzen, statt hartnäckig an Glaubenssätzen wie ‚aus einem One-Night-Stand kann nichts Ernstes werden‘ festzuhalten. Der Umgang mit der Lust ist individuell unterschiedlich – aber weniger vom Geschlecht abhängig als von der persönlichen Vorliebe. Und der sollte man treu bleiben, denn das schützt vor einem schalen Gefühl hinterher.“

Quelle: ElitePartner – www.ElitePartner.de