Liebe & Partnerschaft

Ost und West: In der Liebe gibt es keine Mauer

Parship Studie zum 30-jährigen Jubiläum des Mauerfalls zeigt: Im Osten wohnen mehr Fremdgeher und Westdeutsche ziehen eher für die Liebe um. In Liebesdingen sind sich Ost und West ansonsten meist einig. Abseits davon halten sich trotzdem immer noch ein paar hartnäckige Vorurteile.

Am 9. November feiert Deutschland 30 Jahre Mauerfall. Auch wenn es bei Gehalt oder Wirtschaftskraft häufig noch Unterschiede zwischen Ost- und Westdeutschland gibt, ticken die Bewohner bei Beziehungen und Partnerwahl oft sehr ähnlich. Aber wenn es um Treue oder die Meinung von Freunden und der Familie zum Partner geht, driften die Ansichten auseinander. Das zeigt eine bevölkerungsrepräsentative Umfrage der Online-Partnervermittlung Parship (http://www.parship.de) unter rund 1.000 Bundesbürgern.

Im Osten geht man eher fremd, im Westen ist Status wichtiger

Das Thema Treue sieht man im Osten etwas lockerer. 39 Prozent der Ostdeutschen sind schon einmal fremdgegangen. Bei den Westdeutschen war ein Drittel (33 Prozent) bereits untreu. Dafür ist man im Westen nicht ganz so heimatverbunden: Immerhin 61 Prozent der Westdeutschen würden für ihre Beziehung die Stadt wechseln. Im Osten ist nur rund jeder Zweite (49 Prozent) bereit, für die Liebe umzuziehen. Bei der Partnersuche ist es den Bewohnern der alten Bundesländer außerdem wichtiger, dass ihr Partner Geld und einen gewissen Status mitbringt (27 Prozent; Osten: 21 Prozent). Für Ostdeutsche spielt hingegen die Meinung von Freunden und der Familie über den Partner eine größere Rolle (54 Prozent; West: 48 Prozent).

Im Herzen wiedervereint

In vielen Liebesangelegenheiten sind sich Ost und West aber sehr ähnlich. So haben sowohl im Osten (60 Prozent) als auch im Westen (61 Prozent) die meisten Menschen ihre (bisherigen) Partner über den Freundeskreis kennengelernt. Aber auch online haben schon jeweils mehr als ein Drittel der Bundesbürger ihr Liebesglück gefunden (West: 36 Prozent; Ost: 34 Prozent). Bei den inneren Werten, die der Partner besitzen sollte, herrscht ebenfalls Einigkeit: Ein Partner mit Humor ist Ost- und Westdeutschen gleichermaßen wichtig (West: 89 Prozent; Ost: 88 Prozent).

Partnerschaft und Familie statt schnelle Nummer

Auch beim Thema Liebe und Intimität zeigen sich beide Regionen aufgeschlossen. So geben 69 Prozent der Befragten im Westen und 68 Prozent im Osten an, mit dem Thema Sex offen umzugehen. Das heißt jedoch nicht, dass es im Bett schnell zur Sache geht: Jeweils rund zwei Drittel (Westen: 66 Prozent, Osten: 67 Prozent) geben an, jemanden erst besser kennen zu müssen, bevor sie körperlich intim werden. Das spiegelt sich ebenso beim Thema One-Night-Stand wider: Nur 14 Prozent der befragten Bevölkerung im Osten und 11 Prozent im Westen geben an, sich häufiger mit jemandem auf eine einmalige Bettgeschichte einzulassen. Hoch im Kurs steht dagegen die Familie: Für 83 Prozent im Westen und 82 Prozent im Osten hat diese Priorität. Jeder Zweite im Westen möchte sein persönliches Liebesglück zudem mit einer Hochzeit krönen (52 Prozent, Ost: 46 Prozent).

Es lebe das Klischee: Der Osten ist trinkfest, der Westen spießig

Nach 30 Jahren gibt es scheinbar keine großen Unterschiede in der Liebe mehr, aber es halten sich immer noch einige hartnäckige Vorurteile zwischen den neuen und alten Bundesländern. Während sich die Westdeutschen selbst am ehesten als fleißig und pflichtbewusst (62 Prozent) sowie attraktiv und humorvoll (je 54 Prozent) beschreiben würden, verbinden Ostdeutsche mit den „Wessis“ ganz andere Attribute. Hier sieht man Westdeutsche eher als spießig und arrogant (je 64 Prozent) an. Auch die Eigenschaft, geizig zu sein, haftet ihnen an (56 Prozent). Aber andersrum driften Eigen- und Fremdwahrnehmung genauso auseinander. Ostdeutsche bezeichnen sich selber als fleißig (68 Prozent), bescheiden (65 Prozent) und feierfreudig (64 Prozent). Zumindest im letzten Punkt stimmen Westdeutsche zu: Für sie sind Ostdeutsche besonders trinkfreudig (57 Prozent). Allerdings glauben sie ebenfalls, dass sie eine besonderes freizügige (50 Prozent) und redselige Art an den Tag legen (45 Prozent).

Über die Studie

Für die vorliegende Studie hat Parship gemeinsam mit dem Marktforschungsinstitut INNOFACT AG 1.010 Personen zwischen 18 und 65 Jahren befragt – davon 674 in Beziehung lebend. Die Stichprobe entspricht nach Alter und Geschlecht der repräsentativen Verteilung in der deutschen Bevölkerung. Die unabhängige Online-Erhebung fand im Oktober 2019 statt.

Quelle: Parship

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