Männer. Meinungen. Jürgen.

Bin ich eigentlich noch ein richtiger Mann, wenn mich Fußball nicht interessiert?

Hey Männer,

morgen beginnt die Fußball-WM. Und ich weiß jetzt schon ziemlich genau, wie mein persönlicher Turnierverlauf aussehen wird: Ich werde wahrscheinlich keine Spielpläne studieren. Ich werde nicht über Abseits diskutieren. Und ich werde vermutlich auch nicht wissen, gegen wen Deutschland als Nächstes spielt.

Ganz einfach, weil mich Fußball noch nie wirklich interessiert hat. Und weißt du was? Das ist völlig in Ordnung. Ich habe nichts gegen Fußball. Ich freue mich für jeden, der mitfiebert, mit Freunden schaut, jubelt oder leidet. Ich mag die Begeisterung, die Gemeinschaft und die Geschichten, die solche Turniere schreiben.

Aber ich selbst? Ich war noch nie ein Fußballfan. Und trotzdem habe ich manchmal das Gefühl, mich dafür rechtfertigen zu müssen. Als Mann.

Denn irgendwo hält sich hartnäckig die Vorstellung, dass Männer Fußball mögen müssen. Dass man Tabellen kennt. Spieler erkennt. Eine Lieblingsmannschaft hat.

Und wenn man das nicht tut, kommt manchmal dieser leicht irritierte Blick: „Wie? Dich interessiert das gar nicht?”

Nein. Tut es nicht.

Und das macht mich weder weniger männlich noch weniger interessiert an der Welt.

Ich schaue lieber eine gute Mystery-Serie.

Ich lese.

Ich schreibe.

Ich genieße einen Abend mit meinem Mann bei einem Glas Wein.

Und manchmal beschäftige ich mich lieber mit den wirklich großen Fragen des Lebens – oder mit Rosenheim. Und weißt du was? Das alles ist genauso männlich wie ein Abend vor dem Fernseher beim Elfmeterschießen.

Vielleicht ist genau das die eigentliche Freiheit: Nicht das zu mögen, was man mögen sollte.

Sondern das, was einem selbst Freude macht.

Männlichkeit ist kein Interessenkatalog. Sie entscheidet sich nicht am Fußball. Nicht am Bier. Nicht an der Bundesliga-Tabelle.

Sondern daran, ob du zu dir selbst stehen kannst.

Also falls du morgen die WM verpasst, weil du lieber ein Buch liest, einen Spaziergang machst oder einfach etwas anderes tust: Du bist nicht allein.

Und ja. Du bist immer noch ein richtiger Mann.

Danke fürs Lesen – starke Gedanken brauchen starke Männer.
Und falls du daran zweifelst: Stärke steckt in dir. Vertraue darauf – und zeig es.

Bleib Echt. Bleib Du! 🧡
Man liest sich.
Jürgen