Liebe & Partnerschaft

Aufmerksamkeit statt Geschenke: Was Liebe wirklich braucht

Wie Menschen sich geliebt fühlen, ist so verschieden wie sie selbst. Manche brauchen körperliche Nähe, anderen bedeutet es mehr, wenn der:die Partner:in ungefragt im Haushalt anpackt, und wieder andere fühlen sich gesehen, wenn ihre Leistungen anerkannt werden. Die ElitePartner-Studie 2026 mit 6.250 befragten Singles und Liierten bildet diese unterschiedlichen Bedürfnisse ab und zeigt gleichzeitig, wo sich fast alle einig sind: Zuwendung und Aufmerksamkeit schlagen materielle Gesten.

Die Top-3 der Liebe: Aufmerksamkeit, Umarmungen und Alltagsunterstützung

Was ist der stärkste Liebesbeweis in einer Beziehung? Nicht die große Geste, nicht das aufwendige Überraschungsdinner – sondern jemand, der wirklich wissen will, wie der Tag für einen war und was man erlebt hat. Knapp 9 von 10 (87 Prozent) nennen aufmerksames Zuhören und interessiertes Nachfragen als diejenigen Verhaltensweisen, durch die sie sich am meisten geliebt fühlen. Fast genauso bedeutsam: eine Umarmung im richtigen Moment – nach einem anstrengenden Tag oder bei schlechter Laune (86 Prozent). Und auf Platz drei: wenn das Gegenüber mitdenkt und aktiv entlastet, statt nur zuzuschauen (84 Prozent). Was diese Top drei verbindet? Sie kosten nichts außer ehrlicher Aufmerksamkeit. Das teure Geschenk hingegen – die Designer-Tasche, das Wellness-Wochenende, die Konzertkarten in Reihe eins – schafft es mit nur 36 Prozent und 51 Prozentpunkten Abstand zum Spitzenreiter auf den letzten Platz. Wer liebt, muss also nicht groß auffahren, sondern vor allem präsent sein.

Weniger Materielles, mehr Nähe: Wie sich im Alter die Bedürfnisse verschieben

Was wir als Liebesbeweis empfinden, verändert sich mit den Lebensjahren allerdings deutlich. Bei den 18- bis 29-Jährigen gibt noch beinahe die Hälfte (48 Prozent) an, sich durch ein teures Geschenk geliebt zu fühlen. Bei den 40- bis 49-Jährigen sind es etwa ein Drittel (34 Prozent), bei den 60- bis 69-Jährigen nur noch knapp 3 von 10 (28 Prozent) – ein Minus von 20 Prozentpunkten zwischen Gen Z und Baby Boomern.

Auch das Bedürfnis nach Lob und Anerkennung in einer Beziehung wird mit dem Alter kleiner: Drei Viertel der 18- bis 29-Jährigen (75 Prozent) freuen sich über ein „Das hast du toll gemacht”. Bei den 40- bis 49-Jährigen sinkt der Wert spürbar – zwei Drittel (66 Prozent) messen Lob eine hohe Bedeutung bei. Mit steigendem Alter sinkt der Wert weiter (vgl. 60- bis 69-Jährige: 64 Prozent).

Ähnlich sieht es bei kleinen Überraschungen aus: Fast drei Viertel (74 Prozent) zwischen 18 und 29 Jahren fühlen sich durch kleine Aufmerksamkeiten – ein Mitbringsel aus dem Supermarkt oder Blumen ohne Anlass – besonders geliebt. Bei den 50- bis 59-Jährigen sagen das hingegen gerade mal zwei Drittel (66 Prozent). Dafür gewinnt etwas anderes an Bedeutung: Aufmerksames Zuhören und echte Nähe werden mit dem Alter noch wichtiger (jeweils 84 Prozent bei 18- bis 29-Jährigen; 89 Prozent bei 60- bis 69-Jährigen).

Entlastung ist das neue „Ich liebe dich“ – zumindest für Frauen

In vielen Punkten ticken Frauen und Männer erstaunlich gleich. Spontane Zärtlichkeiten im Alltag – ein Kuss an der Kaffeemaschine, eine Hand auf dem Rücken – schätzen Frauen (84 Prozent) und Männer (82 Prozent) fast identisch. Beim Verwöhnen mit einem selbstgekochten Essen herrscht nahezu Gleichstand (76 Prozent vs. 75 Prozent), und auch beim Eingehen auf sexuelle Wünsche zeigt sich Harmonie – gut 7 von 10 (72 Prozent) Männer und Frauen fühlen sich dadurch geliebt.

In drei Dingen unterscheiden sich Frauen und Männer dann doch – alle haben mit Entlastung zu tun. Frauen fühlen sich besonders geliebt, wenn jemand ungefragt den Haushalt übernimmt (85 Prozent vs. 75 Prozent), sie in stressigen Phasen aktiv unterstützt (89 vs. 79 Prozent) oder sich Zeit nimmt für ein langes Gespräch (86 vs. 77 Prozent).

Der einzige Punkt, bei dem Männer vorne liegen, ist das wertvolle materielle Geschenk. Sie lesen darin etwas häufiger eine Liebesbotschaft – auch wenn es insgesamt für beide Geschlechter auf dem letzten Platz landet. Knapp 4 von 10 Männer (39 Prozent) empfinden es als Liebesbeweis, bei Frauen sind es nur etwa 3 von 10 (32 Prozent).

Psychologin und ElitePartner-Expertin Lisa Fischbach:

„Was Menschen als Liebesbeweis erleben, lässt sich auf ein zentrales Konzept der Bindungspsychologie zurückführen: Responsivität – die Fähigkeit, die Bedürfnisse des anderen wahrzunehmen und darauf einzugehen. Zuhören, Umarmen, Entlasten: Das sind keine Kleinigkeiten, sondern bindungsrelevante Signale, die zeigen: Ich bin erreichbar, ich bin verlässlich. Genau diese Verhaltensweisen fördern Zufriedenheit in der Beziehung. Teure Geschenke können Zuneigung signalisieren – aber sie ersetzen keine echte emotionale Verfügbarkeit.”

Quelle: ElitePartner

Die dargestellten Ergebnisse basieren auf einer von ElitePartner durchgeführten Befragung und geben die Einschätzungen der Teilnehmenden wieder. Die Aussagen der Expertin dienen der fachlichen Einordnung der Studienergebnisse und stellen keine allgemeingültigen wissenschaftlichen Feststellungen dar.