Starke Männer, fürsorgliche Frauen: Klassische Geschlechterrollen verlieren immer mehr an Bedeutung. Vor allem die Generationen 40+ hinterfragen stereotype Zuschreibungen wie „Männer sind bessere Führungskräfte“ oder „Dominanz gibt Sicherheit“. Das zeigt eine aktuelle bevölkerungsrepräsentative Studie der Dating-App Parship mit mehr als 3.000 Frauen und Männern in Deutschland. Sie offenbart aber auch, dass sich in manchen Köpfen Rollenbilder noch hartnäckig halten.
Rund 3 von 4 Menschen in Deutschland (74 Prozent) halten nichts von klassischen Geschlechterrollen und finden: Jede:r sollte so leben dürfen, wie es sich richtig anfühlt. Frauen vertreten diese Haltung mit 78 Prozent entschiedener als Männer (71 Prozent). Die 60- bis 69-Jährigen präsentieren sich als liberalste Altersgruppe (81 Prozent). Lebenserfahrung bewegt offenbar zum Umdenken.
Von wegen Frauen und Haushalt: Generation X und Baby Boomer denken Führung und Care-Aufgaben neu
Gut zwei Drittel (68 Prozent) beobachten, dass Väter heute präsenter bei Erziehung und Hausarbeit sind. Die 40- bis 49-Jährigen – oft selbst mitten im Organisationsstress – bestätigen diesen Trend mit 65 Prozent etwas verhaltener.
Doch nicht alle denken Geschlechterrollen neu: Noch immer sind 37 Prozent überzeugt, dass Frauen besser geeignet sind, sich um Familie und Haushalt zu kümmern. Männer (44 Prozent) bekräftigen das deutlich häufiger als Frauen (30 Prozent). Auch hier macht das Alter den Unterschied: Während noch knapp die Hälfte der 30- bis 39-Jährigen (46 Prozent) an dieses klassische Rollenklischée glaubt, sinkt die Zustimmung ab 40 Jahren deutlich (37 Prozent) bis es bei den 60- bis 69-Jährigen nur noch von einem Viertel bejaht wird (27 Prozent).
Und auch im Beruf halten sich Rollenbilder hartnäckig: Jeder dritte Mann (35 Prozent) hält sich und seine Geschlechtsgenossen für die besseren Führungskräfte, daran glauben aber nur halb so viele Frauen (18 Prozent). Die Zustimmung sinkt auch hier deutlich mit dem Alter (30-39 Jahre: 35 Prozent; 60-69 Jahre: 18 Prozent).
Wenn Frauen nun stark und unabhängig auftreten, ist das der Schlüssel im Kampf gegen Geschlechterklischées? Nicht unbedingt, denn zwei Drittel der Frauen (65 Prozent) befürchten, dass sie somit Männer verunsichern könnten – die sehen das allerdings deutlich seltener so (46 Prozent). Am stärksten ist die Verunsicherung zwischen 40 und 49 Jahren (59 Prozent), wenn oftmals Karriere und Familie gleichzeitig Höchstleistungen fordern.
„Der deutliche Rückgang klassischer Geschlechterbilder mit dem Alter beruht auf persönlicher Reifung sowie biografischen Erfahrungen in Partnerschaft, Familie und Arbeitswelt. Diese stärken die psychologische Flexibilität. Viele Menschen lernen, nicht in Kategorien oder Schubladen zu denken, sondern entwickeln mehr Empathie. Sie erkennen dann, dass gute Beziehungen weniger von starren Rollen abhängen als von gegenseitigem Respekt und Authentizität.”
Markus Ernst, Paartherapeut und Parship-Psychologe
Alpha auf dem Prüfstand: Dominante Männer sind ab der Lebensmitte weniger gefragt
Beim Ideal vom muskulösen, erfolgreichen Mann gehen die Wahrnehmungen auseinander: Mehr als zwei Drittel der Männer (68 Prozent), aber nur 57 Prozent der Frauen meinen, diese Eigenschaften kommen besonders gut an. Während vor allem die 18- bis 29-Jährigen (64 Prozent) diesem Bild zustimmen, ist es für die 60- bis 69-Jährigen mit 57 Prozent am wenigsten relevant.
Auch der stereotype „Alpha-Mann” schwächelt: Während knapp 6 von 10 Männern (58 Prozent) glauben, Dominanz gebe Frauen Sicherheit, teilen diese Ansicht nur 4 von 10 der weiblichen Personen (40 Prozent). Auch mit steigendem Alter verliert das Narrativ des „Beschützers“ an Bedeutung: Während die 18- bis 29-Jährigen noch mehrheitlich (56 Prozent) zustimmen, dass ein dominantes Auftreten Sicherheit vermittelt, tun das bei den 40- bis 49-Jährigen nur noch 49 Prozent, unter den 60- bis 69-Jährigen nur noch 37 Prozent. Wer längere Beziehungen erlebt hat, koppelt Sicherheit offenbar weniger an den Ausdruck von Stärke, sondern an Attribute wie Verlässlichkeit und gegenseitige Fürsorge.
Und wie sieht es mit der Annahme aus, gefühlvolle Männer würden nicht respektiert? Noch 4 von 10 Männern (41 Prozent) denken das – im Gegensatz zu nur knapp einem Viertel der Frauen (23 Prozent). Unter den 18- bis 29-Jährigen liegt die Zustimmung bei 41 Prozent, doch auch hier sinkt der Wert ab 40 Jahren kontinuierlich: Nur noch rund ein Drittel (31 Prozent) der 40- bis 49-Jährigen und etwa jede:r Vierte (27 Prozent) der 50- bis 59-Jährigen verbindet Emotionalität bei Männern mit Schwäche. Also, ruhig mal Emotionen zeigen. Unterm Strich zählt: Hauptsache authentisch.
„Von Dominanz und selbstbewusstem Auftreten kann man sich leicht blenden lassen, vor allem dann, wenn man noch nicht weiß, wie sich echte emotionale Sicherheit anfühlen kann. Mit zunehmendem Alter und mehr Beziehungserfahrung erkennen Menschen, was für stabile und gesunde Beziehungen wirklich wichtig ist. Dennoch sind die Werte bei den Älteren relativ hoch. Viele von ihnen sind in einer Zeit groß geworden, in der ihnen ungesunde Vorbilder vorgelebt haben, dass männliche Präsenz und Dominanz Respekt und Erfolg verdienen. Diese Denkmuster zu durchbrechen, benötigt viel Zeit und Auseinandersetzung mit der Vergangenheit.”
Stella Schultner, Love Coach und Mitglied im Parship Expertenteam
Social Media und Schönheitsideale: Mehr Vergleich bei Jüngeren – mehr Souveränität bei Älteren
Schönheitsideale in sozialen Medien setzen vor allem junge Frauen unter Druck – davon sind 79 Prozent überzeugt. Überraschend: Die Generationen der 50- bis 59-Jährigen (79 Prozent) und der 60- bis 69-Jährigen (80 Prozent) nehmen diesen Druck genauso stark wahr wie die direkt betroffenen 18- bis 29-Jährigen (79 Prozent) – vermutlich, weil viele von ihnen eigene Töchter durch diese Phase begleiten oder begleitet haben.
Doch welche Relevanz haben solche Schönheitsnormen wirklich? Die gute Nachricht: Mit den Jahren verlieren sie etwas an Bedeutung. Heterosexuelle Männer zwischen 30 und 39 (55 Prozent) erwarten von einer Partnerin noch deutlich häufiger ein ‚klassisch feminines‘ Erscheinungsbild, etwa mit langen Haaren, Make-up und ohne Körperbehaarung, als Männer in ihren 50ern (42 Prozent).
Aber auch junge Männer stehen unter Zugzwang: 6 von 10 (60 Prozent) sehen sie durch Social Media unter Druck, bestimmten Stereotypen entsprechen zu müssen. Unter den 18- bis 29-Jährigen selbst nehmen das 64 Prozent so wahr.
Über die Studie
Für die vorliegende repräsentative Studie hat Parship gemeinsam mit dem Marktforschungsinstitut INNOFACT AG 3.023 Personen aus Deutschland im Alter von 18 – 69 Jahren zum Thema „Geschlechterrollen“ befragt. Die Stichprobe entspricht nach Alter, Geschlecht und Region der repräsentativen Verteilung in der deutschen Bevölkerung. Die unabhängige Online-Erhebung fand im Mai 2025 statt.
Quelle: Parship
Starke Männer, fürsorgliche Frauen: Klassische Geschlechterrollen verlieren immer mehr an Bedeutung. Vor allem die Generationen 40+ hinterfragen stereotype Zuschreibungen wie „Männer sind bessere Führungskräfte“ oder „Dominanz gibt Sicherheit“. Das zeigt eine aktuelle bevölkerungsrepräsentative Studie der Dating-App Parship mit mehr als 3.000 Frauen und Männern in Deutschland. Sie offenbart aber auch, dass sich in manchen Köpfen Rollenbilder noch hartnäckig halten.
Rund 3 von 4 Menschen in Deutschland (74 Prozent) halten nichts von klassischen Geschlechterrollen und finden: Jede:r sollte so leben dürfen, wie es sich richtig anfühlt. Frauen vertreten diese Haltung mit 78 Prozent entschiedener als Männer (71 Prozent). Die 60- bis 69-Jährigen präsentieren sich als liberalste Altersgruppe (81 Prozent). Lebenserfahrung bewegt offenbar zum Umdenken.
Von wegen Frauen und Haushalt: Generation X und Baby Boomer denken Führung und Care-Aufgaben neu
Gut zwei Drittel (68 Prozent) beobachten, dass Väter heute präsenter bei Erziehung und Hausarbeit sind. Die 40- bis 49-Jährigen – oft selbst mitten im Organisationsstress – bestätigen diesen Trend mit 65 Prozent etwas verhaltener.
Doch nicht alle denken Geschlechterrollen neu: Noch immer sind 37 Prozent überzeugt, dass Frauen besser geeignet sind, sich um Familie und Haushalt zu kümmern. Männer (44 Prozent) bekräftigen das deutlich häufiger als Frauen (30 Prozent). Auch hier macht das Alter den Unterschied: Während noch knapp die Hälfte der 30- bis 39-Jährigen (46 Prozent) an dieses klassische Rollenklischée glaubt, sinkt die Zustimmung ab 40 Jahren deutlich (37 Prozent) bis es bei den 60- bis 69-Jährigen nur noch von einem Viertel bejaht wird (27 Prozent).
Und auch im Beruf halten sich Rollenbilder hartnäckig: Jeder dritte Mann (35 Prozent) hält sich und seine Geschlechtsgenossen für die besseren Führungskräfte, daran glauben aber nur halb so viele Frauen (18 Prozent). Die Zustimmung sinkt auch hier deutlich mit dem Alter (30-39 Jahre: 35 Prozent; 60-69 Jahre: 18 Prozent).
Wenn Frauen nun stark und unabhängig auftreten, ist das der Schlüssel im Kampf gegen Geschlechterklischées? Nicht unbedingt, denn zwei Drittel der Frauen (65 Prozent) befürchten, dass sie somit Männer verunsichern könnten – die sehen das allerdings deutlich seltener so (46 Prozent). Am stärksten ist die Verunsicherung zwischen 40 und 49 Jahren (59 Prozent), wenn oftmals Karriere und Familie gleichzeitig Höchstleistungen fordern.
Alpha auf dem Prüfstand: Dominante Männer sind ab der Lebensmitte weniger gefragt
Beim Ideal vom muskulösen, erfolgreichen Mann gehen die Wahrnehmungen auseinander: Mehr als zwei Drittel der Männer (68 Prozent), aber nur 57 Prozent der Frauen meinen, diese Eigenschaften kommen besonders gut an. Während vor allem die 18- bis 29-Jährigen (64 Prozent) diesem Bild zustimmen, ist es für die 60- bis 69-Jährigen mit 57 Prozent am wenigsten relevant.
Auch der stereotype „Alpha-Mann” schwächelt: Während knapp 6 von 10 Männern (58 Prozent) glauben, Dominanz gebe Frauen Sicherheit, teilen diese Ansicht nur 4 von 10 der weiblichen Personen (40 Prozent). Auch mit steigendem Alter verliert das Narrativ des „Beschützers“ an Bedeutung: Während die 18- bis 29-Jährigen noch mehrheitlich (56 Prozent) zustimmen, dass ein dominantes Auftreten Sicherheit vermittelt, tun das bei den 40- bis 49-Jährigen nur noch 49 Prozent, unter den 60- bis 69-Jährigen nur noch 37 Prozent. Wer längere Beziehungen erlebt hat, koppelt Sicherheit offenbar weniger an den Ausdruck von Stärke, sondern an Attribute wie Verlässlichkeit und gegenseitige Fürsorge.
Und wie sieht es mit der Annahme aus, gefühlvolle Männer würden nicht respektiert? Noch 4 von 10 Männern (41 Prozent) denken das – im Gegensatz zu nur knapp einem Viertel der Frauen (23 Prozent). Unter den 18- bis 29-Jährigen liegt die Zustimmung bei 41 Prozent, doch auch hier sinkt der Wert ab 40 Jahren kontinuierlich: Nur noch rund ein Drittel (31 Prozent) der 40- bis 49-Jährigen und etwa jede:r Vierte (27 Prozent) der 50- bis 59-Jährigen verbindet Emotionalität bei Männern mit Schwäche. Also, ruhig mal Emotionen zeigen. Unterm Strich zählt: Hauptsache authentisch.
Social Media und Schönheitsideale: Mehr Vergleich bei Jüngeren – mehr Souveränität bei Älteren
Schönheitsideale in sozialen Medien setzen vor allem junge Frauen unter Druck – davon sind 79 Prozent überzeugt. Überraschend: Die Generationen der 50- bis 59-Jährigen (79 Prozent) und der 60- bis 69-Jährigen (80 Prozent) nehmen diesen Druck genauso stark wahr wie die direkt betroffenen 18- bis 29-Jährigen (79 Prozent) – vermutlich, weil viele von ihnen eigene Töchter durch diese Phase begleiten oder begleitet haben.
Doch welche Relevanz haben solche Schönheitsnormen wirklich? Die gute Nachricht: Mit den Jahren verlieren sie etwas an Bedeutung. Heterosexuelle Männer zwischen 30 und 39 (55 Prozent) erwarten von einer Partnerin noch deutlich häufiger ein ‚klassisch feminines‘ Erscheinungsbild, etwa mit langen Haaren, Make-up und ohne Körperbehaarung, als Männer in ihren 50ern (42 Prozent).
Aber auch junge Männer stehen unter Zugzwang: 6 von 10 (60 Prozent) sehen sie durch Social Media unter Druck, bestimmten Stereotypen entsprechen zu müssen. Unter den 18- bis 29-Jährigen selbst nehmen das 64 Prozent so wahr.
Über die Studie
Für die vorliegende repräsentative Studie hat Parship gemeinsam mit dem Marktforschungsinstitut INNOFACT AG 3.023 Personen aus Deutschland im Alter von 18 – 69 Jahren zum Thema „Geschlechterrollen“ befragt. Die Stichprobe entspricht nach Alter, Geschlecht und Region der repräsentativen Verteilung in der deutschen Bevölkerung. Die unabhängige Online-Erhebung fand im Mai 2025 statt.
Quelle: Parship
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