Liebe & Partnerschaft

Seelenverwandte statt Gegensätze: So sieht für Singles der perfekte Liebesstart aus

Herzklopfen und große Gefühle, toller Sex oder etwas ganz anderes? Die ElitePartner-Studie 2026 mit 1.900 Singles verrät, worauf es Frauen und Männern beim Start in eine Beziehung ankommt. Der Wunsch nach Ankommen und echter Empathie ist Priorität Nummer eins – und das über alle Altersgruppen hinweg. Der „Kindred-Spirits-Effekt“ – das Gefühl verwandter Seelen, die von Anfang an harmonieren – ist für die meisten Singles (66 Prozent) Voraussetzung für den perfekten Start.

Die vier Zugänge zum Liebesstart – und was mit dem Alter wichtiger wird

Emotionale Verbindung als Grundbedürfnis: Zwei Drittel (66 Prozent) wünschen sich, ohne viele Worte verstanden zu werden. Doch ein Universalrezept für den Beginn einer großen Liebe gibt es nicht – stattdessen offenbaren sich vier Liebestypen mit ihren unterschiedlichen Prioritäten und Sehnsüchten. Und eines wird dabei besonders deutlich: Die meisten Singles lassen sich nicht von unrealistischen Hollywood-Szenen blenden, in denen ein durchdringender Blick eine lebenslange Liebe verspricht. Nur knapp 3 von 10 (29 Prozent) möchten sich auf den ersten Blick verlieben – diese Aussage landet damit auf dem letzten Platz und zeigt: Das vermeintlich romantische Ideal ist ein Mythos. Allerdings zeigen sich überraschende Unterschiede zwischen den Geschlechtern: Immerhin ein Drittel der Männer (33 Prozent) träumt von filmreifer Romantik, während dies bei Frauen nur für jede Vierte (25 Prozent) gilt.

Die Wachstumsorientierten – Liebe, die sich entwickelt

Rund 6 von 10 Singles (61 Prozent) vertrauen beim Verlieben darauf, dass sich Gefühle entwickeln – und setzen auf gemeinsames Wachstum statt auf Liebe auf den ersten Blick. Doch mit den Jahren nimmt diese Überzeugung ab: Während unter den 18- bis 29-Jährigen noch knapp 7 von 10 (68 Prozent) an eine sich entwickelnde Verliebtheit glauben, sind es bei den 60- bis 69-Jährigen nur noch gut die Hälfte (56 Prozent).

Abweichungen vom Ideal sind dabei keineswegs ein No-Go – viele sehen darin sogar eine Chance für echtes Potenzial in einer Partnerschaft (59 Prozent). Männer geben sich hier deutlich offener: Rund 6 von 10 (63 Prozent) würden einer Beziehung eine Chance geben, auch wenn der:die Partner:in nicht ganz ihren Idealvorstellungen entspricht. Frauen sind hier etwas kritischer (54 Prozent). Ähnlich entspannt gehen viele Singles mit körperlicher Harmonie um: Mehr als jede:r Zweite (56 Prozent) ist offen dafür, wenn der Sex nicht sofort perfekt passt, sondern erst mit zunehmendem Vertrauen wirklich erfüllend wird. Besonders Single-Männer zeigen sich flexibel – 6 von 10 (59 Prozent) sind offen für diese Entwicklung.

Die Entschlossenen – große Gefühle als Startsignal

Eine andere Strategie zählt für Singles, die bei der Partnersuche lieber auf Nummer sicher gehen und ihre Idealvorstellungen von Anfang an erfüllt haben möchten. Bei gut jedem:r Zweiten sind große Gefühle die Voraussetzung, um sich überhaupt auf eine neue Liebe einzulassen (53 Prozent). Für rund die Hälfte müssen zudem Einstellung, Persönlichkeit und Lebensziele von Beginn an passen (51 Prozent) – genauso viele (51 Prozent) vertrauen auf das Ähnlichkeitsprinzip und wollen in vielen Dingen Übereinstimmung. Dabei sind Frauen etwas klarer mit ihren Vorstellungen bei der Partnerwahl: Über die Hälfte (56 Prozent) würde ohne große Gefühle keine Beziehung starten (vgl. 50 Prozent bei Männern). Ebenso legen mehr Frauen (53 Prozent) als Männer (48 Prozent) Wert auf viele Gemeinsamkeiten mit dem Gegenüber.

Etwas weniger als die Hälfte aller Singles besteht darauf, dass auch der Sex von Anfang an harmoniert (45 Prozent) – hier sind es die Männer, die höhere Ansprüche haben (47 Prozent) als Frauen (43 Prozent). Beim Aussehen des Gegenübers machen 4 von 10 Singles (41 Prozent) keine Kompromisse – sie wissen genau, was ihnen gefällt. Doch mit den Lebensjahren sinkt der Wunsch, dass der:die Partner:in genau den eigenen optischen Vorstellungen entspricht. Darauf legen 44 Prozent der 18- bis 29-Jährigen Wert, aber nur noch gut ein Drittel (35 Prozent) der 60- bis 69-Jährigen.

Die Neugierigen – Unterschied schlägt Ähnlichkeit

Alles andere als festgefahren: 4 von 10 Singles (40 Prozent) sind offen dafür, eine:n Partner:in kennenzulernen, der:die sich in vielen Dingen von ihnen unterscheidet. Besonders Männer zeichnet diese Offenheit aus: Knapp jeder zweite Single-Mann (46 Prozent) findet es spannend, wenn sich Interessen, Hobbys und Einstellungen nicht zu sehr ähneln. Im Vergleich dazu schätzt nur jede dritte Frau (34 Prozent) das Ergänzungsprinzip in der Liebe. Mit zunehmendem Alter sucht man allerdings mehr Passung, die bereits vorhanden ist und sich nicht erst mit der Zeit entwickeln muss. Zwischen 40 und 49 Jahren ist nur noch jede:r Dritte (35 Prozent) offen für ein Gegenüber, das sich in vielerlei Hinsicht von ihnen unterscheidet. Bei den 60- bis 69-Jährigen fällt der Wert nochmals auf 30 Prozent.

Die Kopfgesteuerten: Wenn die Vernunft über das Herz entscheidet

Weniger eine Frage des Herzens als vielmehr eine bewusste Entscheidung: Über ein Drittel der Singles (37 Prozent) durchdenkt die Entscheidung, sich auf eine Beziehung einzulassen, rational statt emotional. Sie vertrauen weniger auf ihr Bauchgefühl und mehr auf klare Überlegungen. Single-Männer sind dabei deutlich kopfgesteuerter: Rund 4 von 10 (44 Prozent) geben dem Kopf vor dem Bauch den Vorzug. Unter den Single-Frauen ist es gerade mal knapp jede Dritte (30 Prozent). Bei jungen Männern zwischen 18 und 29 Jahren ist das Vertrauen in eine rationale Einschätzung in Sachen Liebe am stärksten ausgeprägt (55 Prozent), sinkt dann aber mit den Jahren (vgl. 40 Prozent bei 60- bis 69-Jährigen). Bei Frauen bleibt die Kopforientierung über die Altersgruppen hinweg relativ stabil mit einem Drittel auf niedrigerem Niveau.

Ob wachstumsorientiert, entschlossen, neugierig oder kopfgesteuert: Der Liebesstart ist so vielfältig wie die Singles selbst – doch die Suche nach emotionaler Verbundenheit und einer erfüllenden Passung eint alle Typen.

Psychologin und ElitePartner-Expertin Lisa Fischbach:

„Die Sehnsucht, in einer Beziehung ein emotionales Zuhause zu finden, tiefgehend verstanden und akzeptiert zu werden, ist eines der wichtigsten menschlichen Grundbedürfnisse. Viele erleben dieses Gefühl, wenn sie ohne viel Worte mühelos harmonieren. Wieviel Ähnlichkeit und Unterschiedlichkeit für eine glückliche Beziehung letztendlich passend ist, hängt vor allem von den eigenen Beziehungserfahrungen ab und dem Vertrauen, verschiedene Bedürfnisse gut im Miteinander zu verhandeln. Weit auseinanderliegende Interessen und Einstellungen erfordern kommunikatives Gespür und Toleranz, werden dann aber meist als spannende Bereicherung erlebt.”

Quelle: ElitePartner