Singleleben

Angst vor Enttäuschung, Schüchternheit, hohe Ansprüche: warum Singles solo sind

Viele Singles sind auf der Suche nach einer Beziehung, doch manchmal scheint es mit der neuen Liebe einfach nicht zu klappen. Die bevölkerungsrepräsentative ElitePartner-Studie 2023 hat die Gründe untersucht, die Singles dafür verantwortlich machen, dass sie solo sind. Dafür wurden 2.379 Singles in Deutschland befragt. Am häufigsten genannt: Fehlende Gelegenheiten, Angst vor Enttäuschungen, Schüchternheit und hohe Ansprüche. Jede:r Zehnte glaubt allerdings auch, schlicht zu attraktiv zu sein.

Fehlende Gelegenheiten und Angst vor Enttäuschung

Irgendwann ist die Zeit der WG-Partys vorbei – und dann? Wer nicht online sucht, trifft im Alltag immer seltener auf andere Singles. Jedenfalls geben 53 Prozent der Befragten im Rahmen der bevölkerungsrepräsentativen ElitePartner-Studie an, kaum Gelegenheiten zu haben, neue Menschen kennenzulernen. Vor allem Frauen (57 Prozent) fehlt es an Kontakt zu anderen Singles, aber auch jeder zweite Mann (50 Prozent) stimmt zu. Besonders zwischen 30 und 39 werden fehlende Gelegenheiten von Frauen (65 Prozent) und Männern (55 Prozent) als ausschlaggebend empfunden. Doch nicht nur äußere Gegebenheiten spielen eine Rolle: Insbesondere Frauen geben zu, sich nicht immer so einfach öffnen zu können, aus Angst vor (erneuten) Enttäuschungen (55 Prozent) – vor allem Frauen in ihren 30ern haben offenbar vermehrt schlechte Erfahrungen gemacht (62 Prozent). Auch Männer halten sich aus Sorge, enttäuscht zu werden, emotional zurück, geben das aber etwas seltener als Grund an (44 Prozent).

Männer machen ihre Schüchternheit verantwortlich, Frauen ihre hohen Ansprüche

Noch ausschlaggebender ist bei Männern ihre Schüchternheit. Jeder zweite Mann findet es schwierig, auf andere zuzugehen, und glaubt, deshalb solo zu sein (48 Prozent). Ganz besonders zurückhaltend sind Männer zwischen 30 und 39 Jahren (63 Prozent). Auch 41 Prozent der Frauen geben an, dass ihnen ihre Schüchternheit im Weg steht, hier sind es die jüngeren Frauen, die am stärksten zustimmen (18 bis 29 Jahre: 57 Prozent). Allerdings spielt bei Frauen zusätzlich ein anderer Faktor eine Rolle: hohe Ansprüche. 43 Prozent der Frauen geben zu, dass ihre Erwartungen zu hoch sein könnten, um wirklich jemanden zu finden. Bei Frauen in ihren 30ern sagen das sogar 53 Prozent. Nur jeder dritte Single-Mann glaubt dagegen, dass seine hohen Ansprüche der Grund für den Solo-Status sind (34 Prozent).

Jede:r Zweite unter 30 fokussiert sich erst einmal auf den Job

Karriere statt Kuscheln: Mehr als ein Viertel der Singles meint, momentan gar keine Zeit für das Suchen oder Führen einer Beziehung zu haben – weil die Karriere Vorrang hat. Frauen (28 Prozent) und Männer (29 Prozent) geben diesen Grund gleichermaßen an. Allerdings zeigt ein Blick auf die Altersgruppen, dass es vor allem jüngere Singles zwischen 18 und 29 sind, die sich erst einmal auf den Job fokussieren, bevor sie sich in feste Hände begeben (Frauen: 52 Prozent, Männer: 47 Prozent). Ist die Karriere geglückt, ist das allerdings nicht automatisch ein Garant für das Finden einer Partnerschaft: 15 Prozent der Single-Frauen und 16 Prozent der Single-Männer glauben sogar, dass ihr beruflicher Erfolg und ihre Karriere einschüchternd auf andere wirken und sie deshalb solo sind. Allerdings gibt es auch den umgekehrten Fall – insbesondere bei Männern: 28 Prozent der alleinstehenden Männer glauben, dass sie solo sind, weil sie einem:r möglichen Partner:in mit Blick auf Einkommen, Karriere oder Bildung nicht genug bieten können. Frauen meinen das deutlich seltener (15 Prozent).

Zu attraktiv oder nicht attraktiv genug?

Auch die eigene Attraktivität spielt für viele Singles auf der Suche nach den Gründen für ihren Solo-Status eine Rolle. Das allerdings auf ganz unterschiedliche Art und Weise: Mehr als jede vierte Single-Frau (28 Prozent) und fast ebenso viele Männer (25 Prozent) glauben, nicht attraktiv genug zu sein und deshalb keine:n Partner:in zu finden. Vor allem junge Singles führen ihren Solo-Status besonders häufig auf ihr vermeintlich unzureichendes Aussehen zurück: Unter 40 glaubt jede:r Dritte, nicht gut genug auszusehen – Frauen und Männer gleichermaßen. Umgekehrt meinen 8 Prozent der Frauen und 11 Prozent der Männer, dass sie zu attraktiv sind und ihr gutes Aussehen andere verunsichert. Auch hier liegen wieder die jüngeren Singles vorn: Vor allem junge Männer zwischen 18 und 29 glauben häufiger als andere Altersgruppen, zu gutaussehend zu sein (18 Prozent; Frauen in diesem Alter: 14 Prozent).

Jeder sechste Single-Mann leidet unter FOMO

Trotz des starken Wunsches nach mehr Verbindlichkeit und Transparenz beim Dating fällt es noch immer einigen Singles schwer, sich festzulegen. 28 Prozent der Befragten berichten, dass sie immer wieder auf Unverbindlichkeit vonseiten anderer Singles treffen. Bei sich selbst stellen diese Tendenzen allerdings nur 10 Prozent der Single-Frauen und 16 Prozent der Single-Männer fest. Diese geben offen zu, selbst auch deshalb solo zu sein, weil sie beim Dating den Gedanken nicht loswerden, es könnte vielleicht noch besser passende Partner:innen geben. Jüngeren geht es allerdings etwas häufiger so (Frauen u30: 18 Prozent, Männer u30: 23 Prozent).

Die gute Nachricht: Längst nicht alle Singles hadern mit ihrem Solo-Status. Gut die Hälfte gibt an, zurzeit gern Single zu sein (56 Prozent). Vor allem Single-Frauen (61 Prozent) genießen die Vorteile des Single-Lebens und sind bewusst eine Zeitlang solo, bevor sie wieder auf Partnersuche gehen. Männern fällt das hingegen etwas schwerer (51 Prozent). Besonders entspannt sind Single-Frauen in ihren 60ern: drei von vier geben an, zurzeit gerne Single zu sein (73 Prozent).

ElitePartner-Psychologin Lisa Fischbach: „Es ist wichtig, den eigenen Selbstwert in Singlephasen zu stabilisieren “

„Die Suche nach Partnerschaft ist ein Thema, das immer auch die emotionale Ebene berührt. Dementsprechend kommen wir in Kontakt mit sensiblen Bereichen unseres Selbst, alten Verletzungen und Zweifeln“, so Diplom-Psychologin und ElitePartner-Expertin Lisa Fischbach. „Reaktionen wie Zurückhaltung, Vorsicht oder hohe Ansprüche sollen vor Fehlentscheidungen schützen, stehen Singles aber vielfach im Weg. Bestehende Unsicherheiten in Bezug auf das eigene Aussehen können durch ausbleibenden Erfolg beim Dating zudem noch verstärkt werden. Umso wichtiger ist es, den eigenen Selbstwert in Singlephasen zu stabilisieren, sich gut um sich selbst zu kümmern und einen positiven Blick auf sich selbst zu entwickeln.“

Quelle: ElitePartner

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