Männer. Meinungen. Jürgen.

Finger weg von Arbeitnehmerrechten.

Hey Männer,

es gibt Dinge, die wirken auf dem Papier harmlos.
Technisch. Sachlich. Fast vernünftig.

Zum Beispiel die Diskussion, ob das Recht auf Teilzeit wieder eingeschränkt oder ganz abgeschafft werden sollte.

Und da sag ich ganz klar: Finger weg.

Nicht, weil Arbeit unwichtig wäre.
Nicht, weil Leistung keinen Wert hätte.
Sondern weil Arbeitnehmerrechte keine Nettigkeit des Staates sind – sondern das Ergebnis jahrzehntelanger Kämpfe.

Teilzeit ist kein Luxus. Sie ist Realität.

Für Männer, die Kinder betreuen.
Für Männer, die Angehörige pflegen.
Für Männer, die gemerkt haben, dass ein Leben nur aus Arbeit irgendwann krank macht.

Was mich an dieser Debatte stört, ist nicht nur der Inhalt – sondern die Selbstverständlichkeit, mit der man Errungenschaften infrage stellt.

Als wären sie verzichtbar.
Als hätte man sie nie gebraucht.
Als wären sie bloß ein Hindernis auf dem Weg zu „mehr Produktivität“.

Aber weißt du was?

Ein Land wird nicht stärker, wenn Menschen wieder mehr müssen.
Es wird stärker, wenn Menschen gestalten können.

Was wir uns mühsam erarbeitet haben – Arbeitszeitmodelle, Mitbestimmung, Schutzrechte – darf nicht leise wieder abgebaut werden, nur weil es gerade wirtschaftlich unbequem ist.

Denn wer heute Teilzeit infrage stellt, stellt morgen Vereinbarkeit infrage.
Und übermorgen Würde.

Ich finde:
Man darf über Arbeit sprechen.
Über Effizienz.
Über Reformen.

Aber man darf nicht so tun, als wären Arbeitnehmerrechte verhandelbare Extras.

Sie sind Fundament.
Und wer am Fundament sägt, sollte sich nicht wundern, wenn irgendwann alles ins Wanken gerät.

Danke fürs Lesen – starke Gedanken brauchen starke Männer.
Und falls du daran zweifelst: Stärke steckt in dir. Vertraue darauf – und zeig es.

Bleib Echt. Bleib Du! 🧡
Man liest sich.
Jürgen