Morgenblick

Morgenblick

Schönen Guten Morgen!
Stärke heißt nicht, nichts zu fühlen.
Hier ist Jürgen – Zeit für den Morgenblick!
Heute ist Montag, der 20. April 2026.

Ich finde ja, gerade von Männern wird oft erwartet, dass sie einfach funktionieren.

Aufstehen. Weitermachen. Nicht jammern. Nicht zu weich sein. Nicht zu viel zeigen. Am besten geschniegelt durchs Leben gehen, belastbar, klar, stabil — und bitte möglichst immer mit dem Eindruck, alles im Griff zu haben. Schön wär’s. Denn ganz ehrlich: So funktioniert das Leben doch nicht.

Es gibt Tage, da ist man nachdenklicher. Tage, da trägt man mehr mit sich herum. Tage, da ist man müde, dünnhäutiger oder innerlich voller als sonst. Und nein — das macht einen nicht weniger männlich. Es macht einen erst mal einfach nur menschlich.

Vielleicht ist genau das heute mein Gedanke: Stärke heißt nicht, nichts zu fühlen.

Stärke kann auch bedeuten, ehrlich mit sich selbst zu sein. Zu merken, dass etwas da ist. Dass einen etwas beschäftigt. Dass man nicht nur Leistung, Haltung und Durchzugskraft in sich trägt, sondern eben auch Gefühl. Ich glaube, genau das wird oft unterschätzt.

Denn das Bild vom starken Mann ist noch immer häufig ziemlich eng. Als müsste Stärke immer laut, hart und unangreifbar aussehen. Als dürfte man nur dann als Mann gelten, wenn man alles wegsteckt, nie zweifelt und grundsätzlich so tut, als könne einen nichts erschüttern. Aber vielleicht ist das längst nicht mehr die Wahrheit.

Vielleicht liegt echte Stärke viel eher darin, nicht vor sich selbst davonzulaufen. Sich nicht ständig härter zu machen, als man gerade ist. Und nicht so zu tun, als wäre Fühlen ein Makel.

Manchmal ist man eben nicht nur stark. Manchmal ist man auch traurig. Oder müde. Oder verletzt. Oder stiller als sonst. Oder einfach jemand, der heute ein bisschen mehr in sich trägt.

Und weißt Du was? Auch dann darf man aufrecht in den Tag gehen. Vielleicht sogar gerade dann.

Denn Männlichkeit braucht nicht immer Rüstung. Manchmal braucht sie eher Ehrlichkeit. Ein bisschen Selbstkontakt. Ein bisschen Würde im Umgang mit dem, was in einem los ist.

Vielleicht ist genau das heute ein guter Start in diese neue Woche: nicht die Rolle spielen, die man angeblich spielen soll — sondern sich selbst ein Stück ernster nehmen.

Mit Gefühl. Mit Haltung. Mit dem Wissen, dass man nicht weniger stark ist, nur weil man nicht aus Stein besteht.

Ich finde, das ist ein ziemlich guter Gedanke für einen Montag.

Tipp des Tages:
Wenn heute etwas in Dir arbeitet, dann tu nicht so, als wäre da nichts. Man muss nicht alles wegdrücken, um stark zu sein.

Komm gut in diese neue Woche.
Man liest sich.
Jürgen

P.S.:
Und manchmal ist gerade der Mann, der fühlen kann, deutlich stärker als der, der nur Härte spielt.

Der Morgenblick ist mein täglicher Gruß an Dich.
Und wenn Du magst, geht’s auf @jkpertl weiter.

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