Verkehr

Stau auf der Autobahn: Was nun?

ARAG Experten mit wichtigen Verhaltensregeln im Verkehrsstau

Im letzten Jahr gab es knapp 860.000 Kilometer Stau allein auf deutschen Autobahnen. Bald sind Sommerferien und mit ihnen beginnt die Hauptreisezeit auf Deutschlands Straßen. Denn unzĂ€hlige Urlauber starten oft gleichzeitig in die Ferien. Das Ergebnis: kilometerlange Staus, zĂ€hfließender Verkehr und nicht selten hitzige GemĂŒter. Doch wer die wichtigsten Verhaltensregeln kennt, bleibt auch im stockenden Verkehr sicher, regelkonform und gelassen.

Den Stau vorhersehen

Die meisten NavigationsgerĂ€te sind mit einem sogenannten TMC-System (Traffic Message Channel System) ausgestattet. Laut ARAG Experten verarbeitet das TMC alle Verkehrsinformationen von Verkehrssendern und schlĂ€gt Alternativrouten vor, sobald auf der eingegebenen Strecke ein Stau gemeldet wurde. Dadurch können Staus umfahren werden. Theoretisch – denn das System ist nur so genau wie die Staumeldungen. Fazit: Entweder hat sich der Stau bereits aufgelöst und das Umfahren war womöglich sinnlos oder aber die Meldung kommt zu spĂ€t und man steckt plötzlich mittendrin im Stau.

Stau umfahren?

Selbst wenn es das Navi empfiehlt, ist das Ausweichen auf Nebenstraßen laut ARAG Experten nur dann sinnvoll, wenn sich Autofahrer in der Gegend besonders gut auskennen und von einer leistungsfĂ€higen Umgehung wissen. Denn alle ĂŒbrigen Verkehrsteilnehmer erhalten die gleiche Empfehlung und nutzen dieselben Ausweichrouten, die schnell ĂŒberfĂŒllt sind. Fazit der ARAG Experten: Auf der Autobahn bleiben und Ruhe bewahren.

LĂŒckenhĂŒpfen – selten ein Zeitgewinn

Vermeintlich clevere Autofahrer versuchen, die Wartezeit abzukĂŒrzen, indem sie fleißig auf die scheinbar schnellere Spur wechseln. Doch dieses „Lane Hopping“ ist laut ARAG Experten wenig sinnvoll. Stattdessen sollten Autofahrer auf der rechten Spur in den Stau hineinfahren, da sie in der Regel weniger stark befahren wird. Erst am Staukopf macht ein Spurwechsel auf die linke Spur Sinn, weil hier beim Auflösen des Staus zĂŒgiger gefahren wird. Doch die ARAG Experten warnen: Zwar sollte beim Spurenwechsel zĂŒgig beschleunigt werden, um hintere Fahrer nicht zum Bremsen zu zwingen, doch der nötige Sicherheitsabstand muss jederzeit eingehalten werden.

Aussteigen tabu

Sollte sich die Autoschlange gar nicht mehr fortbewegen, raten die ARAG Experten, den Motor abzustellen. Verlassen werden darf das Fahrzeug laut ARAG Experten nur zur Hilfeleistung oder Absicherung einer Unfallstelle. Selbst wenn die Blase drĂŒckt, ist das Aussteigen tabu und es droht ein Bußgeld. Wer im Notfall das Auto verlassen muss, sollte auf Motorradfahrer achten, die sich – auch wenn es unzulĂ€ssig ist – am Stau vorbeischlĂ€ngeln könnten. Das gilt ĂŒbrigens auch bei einer Vollsperrung, etwa nach einem Unfall: das Aussteigen, das Wenden oder das RĂŒckwĂ€rtsfahren sind untersagt. Selbst das Aussteigen zur besseren „LageeinschĂ€tzung“ ist nicht erlaubt.

Staus vermeiden

Ziel, Zeit und Route sind laut ARAG Experten die entscheidenden Faktoren, ob man in einem Stau landet oder nicht. WĂ€hrend am Ziel meist wenig geĂ€ndert werden kann, sind Route und Zeit durchaus flexibel. Wer kann, sollte Randzeiten nutzen, um loszufahren, z. B. spĂ€t abends oder frĂŒh morgens und eher am Wochenanfang als am Wochenende. Auch bei der Wahl der Route können Urlauber einige Vorbereitungen treffen, indem sie sich ĂŒber aktuelle Stauprognosen informieren und mögliche Ausweichrouten einplanen.

Rettungsgasse bilden – sofort!

Die ARAG Experten weisen darauf hin, dass das Bilden einer Rettungsgasse Pflicht ist, sobald der Verkehr ins Stocken gerĂ€t. Wer erst bei Blaulicht und Martinshorn reagiert, muss mit einem Bußgeld von 200 Euro, zwei Punkten und einem Monat Fahrverbot rechnen. Noch teurer wird es, wenn man eine außerorts bei stockendem Verkehr gebildete Rettungsgasse unberechtigt nutzt. Hier werden laut ARAG Experten mindestens 240 Euro und zwei Punkte fĂ€llig. Außerdem droht ebenfalls ein Monat Fahrverbot. Die Rettungsgasse wird immer zwischen dem linken und den ĂŒbrigen Fahrstreifen gebildet. Autos auf dem linken Fahrstreifen mĂŒssen also an den linken Fahrbahnrand fahren, Fahrzeuge auf allen anderen Fahrstreifen mĂŒssen möglichst weit nach rechts ausweichen.

Platz lassen statt Lenkrad einschlagen

Der oft empfohlene Trick, im Stau das Lenkrad leicht einzuschlagen, um im Ernstfall besser rangieren zu können, ist laut ARAG Experten nicht immer sinnvoll. Insbesondere nicht bei Fahrzeugen mit automatischen Bremssystemen. Entscheidender ist es, ausreichend Abstand zum Vordermann zu halten und seitlich ein wenig Spielraum zu lassen. Das ermöglicht im Notfall ein Ausweichen oder Rangieren, ohne andere zu behindern.

Fahrfehler im Stau

Neben dem hĂ€ufigen Fahrbahnwechsel gibt es weitere Fahrfehler, die den Stau nicht vermeiden, ihn aber deutlich anstrengender fĂŒr alle Beteiligten macht. Dazu gehören beispielsweise zu dichtes Auffahren und unweigerlich darauf folgende Bremsmanöver. GleichmĂ€ĂŸiges und vorausschauendes Fahren hingegen ist nicht nur ungefĂ€hrlicher, sondern grundsĂ€tzlich auch besser fĂŒr den Verkehrsfluss. Auch TagtrĂ€umereien oder der Blick aufs Handy haben im Stau nichts zu suchen; die ARAG Experten mahnen zur Aufmerksamkeit, um jederzeit auf einen sich Ă€ndernden Verkehrsfluss reagieren zu können.

Der Reißverschluss ist keine Höflichkeit

Kommt es, etwa durch Baustellen, zu einer Spurverengung, regelt das Reißverschlussverfahren das den Verkehrsfluss. Ein frĂŒhzeitiges EinfĂ€deln ist nicht notwendig und ist sogar kontraproduktiv, obwohl das viele denken und so praktizieren. Erst kurz vor der Engstelle sollen Fahrzeuge abwechselnd von beiden Spuren in die verbleibende Spur einfahren. So wird der Verkehrsfluss optimiert und RĂŒckstaus werden reduziert. Wer das Verfahren missachtet, behindert nicht nur den gesamten Ablauf, sondern muss laut ARAG Experten auch mit Bußgeldern rechnen.

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Quelle: ARAG SE