Liebe & Partnerschaft

Beziehungsgeheimnisse: Schwärmereien, Zweifel und Geldausgaben sind die größten Tabu-Themen

Partner:innen sind oft die engsten Vertrauten – und doch teilen viele Liierte nicht alles mit ihrer besseren Hälfte. Wie die bevölkerungsrepräsentative ElitePartner-Studie 2021 zeigt, verschweigen 6 von 10 Liierten ganz bewusst Dinge vor ihrem:r Partner:in. Die brisantesten Geheimnisse drehen sich um Liebe, Attraktivität und Sex, gerade Männer sind mit Blick auf ihre Sexualität eher verschwiegen. Es zeigt sich aber: Mit der Zeit – und der Zufriedenheit – wird auch die Geheimniskrämerei weniger.

Von wegen ehrlich: 6 von 10 Liierten haben Geheimnisse voreinander

Für die bevölkerungsrepräsentative ElitePartner-Studie 2021 wurden knapp 4.000 Liierte gefragt, was sie Ihrem:r Partner:in verschweigen. Das Ergebnis: 59 Prozent der Liierten haben Geheimnisse voreinander. Gerade einmal 44 Prozent der Frauen und 37 Prozent der Männer gaben an, keine der abgefragten Dinge vor ihrem:r Partner:in geheim zu halten.

Jeder vierte Mann und jede sechste Frau finden heimlich jemand anderen attraktiv

Die häufigsten Beziehungsgeheimnisse hängen unmittelbar mit der Liebe zusammen. Auf Platz 1 landen Schwärmereien für andere. Jede:r Fünfte bekennt sich dazu, heimlich jemand anderen attraktiv zu finden. Männer sind dabei mit 23 Prozent deutlich häufiger in Gedanken woanders als Frauen (16 Prozent). Allerdings führen Schwärmereien offenbar nicht automatisch dazu, dass Männer die Liebe in Frage stellen: Zwar stehen Zweifel an der Beziehung auf Platz 2 der häufigsten Geheimnisse – etwa jede:r Sechste (17 Prozent) gibt zu, nicht immer sicher zu sein, ob die Partnerschaft das Richtige ist. Allerdings gibt es hier keine großen Geschlechterunterschiede. Ebenfalls brisant: Jede:r zehnte Liierte findet insgeheim, den:die eigene:n Partner:in nicht mehr so attraktiv (10 Prozent, Platz 6).

Jede sechste Frau findet ihre:n Partner:in manchmal peinlich

Schlechte Witze, vermeintliche Heldengeschichten oder peinliche Outfits: Frauen hadern häufiger mit dem Verhalten ihrer Partner:innen, jede sechste (15 Prozent) findet den:die eigene:n Partner:in insgeheim manchmal peinlich. Unter Männern geht es nur jedem zehnten so (10 Prozent). Manchmal sind es allerdings nicht nur Peinlichkeiten, sondern schlicht Desinteresse: 9 Prozent der Frauen finden die Erzählungen ihres:r Partners:in über Hobby und Job oft nicht spannend – bewahren aber Stillschweigen darüber (Männer: 6 Prozent). Heimlichkeiten gibt es auch beim Thema Geld: Jede:r siebte Liierte verschweigt, wie viel Geld er:sie wirklich für Dinge wie Elektronik und Gadgets, Kleidung und Ausgehen ausgibt (14 Prozent) – das gilt übrigens für beide Geschlechter.

Sexy secrets: Jeder siebte Mann behält für sich, was er im Bett gerne ausprobieren würde

Männer haben dagegen eher dann Geheimnisse, wenn es um ihre Sexualität geht. Jeder fünfte liierte Mann (21 Prozent) verschweigt seinem:r Partner:in, dass er ab und zu Pornos schaut – und zwar über alle Altersgruppen hinweg. Unter den Frauen ist das nur bei 5 Prozent der Fall. Jeder siebte Mann hält außerdem mit bestimmten sexuellen Fantasien hinterm Berg und behält für sich, welche Praktiken oder Vorlieben er gerne ausleben würde (14 Prozent). Ganz besonders hoch ist dieser Wert übrigens bei Männern in den Vierzigern (19 Prozent). Bei den Frauen haben gerade einmal 6 Prozent unausgesprochene Sex-Wünsche. Weit größer ist die Offenheit bei beiden Geschlechtern, wenn es um frühere Sex-Partner geht. Nur etwa ein Zehntel der Befragten spricht nicht mit dem:r Partner:in darüber, wie viele er:sie selbst schon im Bett hatte (9 Prozent). 6 Prozent der Liierten hüten ein besonders brisantes Sex-Geheimnis: Sie finden insgeheim, dass der Sex mit ihrem:r Ex besser war.

Je frischer die Beziehung, desto mehr Geheimnisse – Verheiratete zweifeln seltener

Die erfreuliche Nachricht: Die Daten der ElitePartner-Studie zeigen, dass die Tabu-Themen mit zunehmender Beziehungsdauer weniger werden. Zu den Dingen, die frische Paare, die unter einem Jahr zusammen sind, besonders oft verheimlichen, gehören Geldausgaben (17 Prozent), bestimmte sexuelle Vorlieben (15 Prozent), die Zahl ihrer bisherigen Sexpartner:innen (15 Prozent) sowie Jugendsünden und kleine Gesetzesübertretungen (14 Prozent). Heimliche Beziehungszweifel bestehen am häufigsten bei Paaren, die 1 bis 3 Jahre zusammen sind – hier ist sich jede:r Vierte nicht mehr sicher, ob die Beziehung wirklich Zukunft hat, ohne das aber anzusprechen (25 Prozent). Spannend: Auch der Ehestatus scheint mit der Offenheit in Beziehungen zusammenzuhängen. So haben unverheiratete Paare mehr Geheimnisse voreinander als verheiratete: Vor allem ihre Beziehungszweifel verschweigen verheiratete Liierte seltener – oder sie zweifeln, Ja-Wort sei Dank, schlichtweg weniger (15 Prozent vs. 20 Prozent der unverheirateten).

Unzufriedene Liierte verheimlichen besonders oft Zweifel und Fremdschwärmerei

Auch die Beziehungszufriedenheit spielt eine Rolle: So haben Liierte, die mit ihrer Beziehung zufrieden sind, deutlich weniger Geheimnisse. Unzufriedene dagegen verschweigen besonders oft, dass sie an der Beziehung zweifeln (34 Prozent), jemand anderen attraktiv finden (32 Prozent), ihren:r Partner:in nicht mehr so attraktiv (27 Prozent) oder peinlich finden (25 Prozent). Auch sexuelle Vorlieben (18 Prozent) und dass der Sex mit dem:r Ex besser war (15 Prozent) sind häufiger ein (Tabu-)Thema bei unzufriedenen Liierten.

Frauen in den 30ern verschweigen am meisten

Mit Blick auf die Altersgruppen zeigt sich klar, dass Jüngere mehr Geheimnisse voreinander haben – über die meisten Themen hinweg nimmt die Tendenz zum Schweigen mit dem Alter ab. Jüngere Liierte unter 30 verheimlichen dabei vergleichsweise oft ihre Beziehungszweifel (20 Prozent). Die größten Geheimniskrämer sind allerdings Frauen in ihren 30ern. Sie finden besonders oft heimlich jemand anderen attraktiv (25 Prozent), haben unausgesprochene Beziehungszweifel (22 Prozent) oder finden ihre:n Partner:in insgeheim peinlich (16 Prozent). Übrigens: Auch Frauen mit Kindern verheimlichen vergleichsweise häufig, dass sie das Auftreten ihrer Partner:innen unangenehm finden (18 Prozent).

Unsympathische Schwiegereltern und fehlende Kochkünste: selten ein Tabu-Thema

Seltenere Tabu-Themen, die entweder offen besprochen werden oder aber weniger häufig vorkommen, sind Jugendsünden oder kleinere Gesetzesübertretungen (8 Prozent), fehlende Sympathien für die Schwiegereltern (7 Prozent) und gleichgeschlechtliche Fantasien (4 Prozent). Auch zu viel Nähe und gemeinsame Zeit (7 Prozent) oder mangelhafte Kochkünste des:r Partners:in (4 Prozent) werden nur von wenigen verheimtlicht. Noch seltener unausgesprochen bleibt das Thema Kinderwunsch: Gerade einmal 3 Prozent der Liierten hätten gerne ein (weiteres) Baby, trauen sich aber nicht, das zu äußern.

Psychologin Lisa Fischbach von ElitePartner: „Ein bestimmtes Maß an Geheimnissen ist völlig normal“

„Die Qualität einer Partnerschaft zeigt sich nicht darin, das ganze (Innen-)Leben mit dem Partner zu teilen“, gibt Diplom-Psychologin Lisa Fischbach von ElitePartner zu Bedenken. „Das fördert meist nur zu starke Verschmelzung und den Verlust von Spannung in der Beziehung. Ein bestimmtes Maß an Geheimnissen ist daher völlig normal, solange das Vertrauen des Partners nicht hintergangen wird. Paare sollten lernen zu unterscheiden, welche Inhalte wertvoll wären zu teilen und welche schaden. Abwandernde sexuelle Fantasien, Zweifel oder Schwärmereien sollten nicht abgespalten und in der Heimlichkeit ausgelebt werden. Wer diese Themen tabuisiert, nimmt sich die Chance auf ein offenes, ehrliches Gespräch über Unzufriedenheiten im Alltag oder beim Sex – und somit die Möglichkeit, sich als Paar weiterzuentwickeln.“

Quelle: ElitePartner – https://www.ElitePartner.de

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