Männergesundheit

Aktuelle Verbraucherfrage: Depression bei Angehörigen erkennen

Quelle: ERGO Group

Miriam K. aus Hamburg:

Meine Schwester ist in der letzten Zeit oft antriebslos, schlecht gelaunt und wirkt abwesend. Leidet sie womöglich unter einer Depression? Wie erkenne ich das und wie gehe ich am besten damit um?

Dr. Wolfgang Reuter, Gesundheitsexperte bei der DKV Deutsche Krankenversicherung:

Es ist oft schwierig, die ersten Anzeichen einer Depression zu erkennen. Denn Auslöser muss nicht zwingend ein schwerer Schicksalsschlag sein und vorübergehende Niedergeschlagenheit oder Müdigkeit müssen auch nicht zwingend auf eine Depression hinweisen. Wer bei einem Familienmitglied oder bei einem Freund aber über einen längeren Zeitraum hinweg Traurigkeit, Antriebslosigkeit oder Erschöpfung bemerkt, sollte aufmerksam werden. Zieht sich derjenige immer mehr aus seinem sozialen Umfeld zurück, schläft schlecht und kann sich zu nichts mehr aufraffen, können das weitere Warnzeichen sein. Dann ist es wichtig, denjenigen offen anzusprechen und ihn zu ermutigen, sich professionelle Hilfe zu holen. Ein Hausarzt kann hier eine erste Anlaufstelle sein. Für Depressive ist es oft hilfreich, wenn sie bei diesen ersten Schritten Unterstützung von Freunden oder Familienmitgliedern haben. Diese können zum Beispiel helfen, einen Arzt zu finden und den Termin zu vereinbaren, vielleicht sogar zum ersten Termin mitkommen. Unterstützung bieten mittlerweile auch viele Apps oder andere Online-Angebote, zum Beispiel um die Zeit zu überbrücken, bis ein Therapieplatz gefunden ist. Wer an den Betroffenen nicht rankommt oder anderweitig unter der Situation leidet, kann sich auch selbst Hilfe holen, beispielsweise beim Bundesverband der Angehörigen psychisch erkrankter Menschen e.V.. Der Verein bietet unter bapk.de Beratungen per Telefon oder E-Mail.

Quelle: DKV Deutsche Krankenversicherung

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