Finanzen

Taschengeld: mein Geld, meine Entscheidung

Das erste Taschengeld ist für Kinder ein wichtiger Schritt, um den verantwortungsvollen Umgang mit Geld zu lernen. Wann ist der Nachwuchs reif dafür und wie viel ist sinnvoll? Einige Stolperfallen für Eltern lassen sich mit etwas Hintergrundwissen leicht umgehen.

Die Kugel Eis schlägt mit einem Euro zu Buche, die Wundertüte am Kiosk mit knappen vier Euro und das heiß ersehnte Lego-Bauset mit stolzen 30 Euro. Für Kinder ist es eine wertvolle Erfahrung, wenn Eltern für die Verwirklichung von kleinen und größeren Wünschen nicht immer ihr eigenes Portemonnaie zücken, sondern sie selbst einige Ausgaben bestreiten können. „Das macht Kinder natürlich stolz und fördert ihr Verständnis dafür, dass man sich sein Geld einteilen und für manche Wünsche sparen muss“, sagt Frank Kuczera von der Postbank. „So lernen sie nach und nach, mit Geld hauszuhalten und den Wert von Dingen abzuschätzen – das ist wichtig, um verantwortungsbewusste Kaufentscheidungen treffen zu können.“

Die Einschulung ist eine gute Gelegenheit, mit dem Taschengeld zu starten, da Kinder mit etwa sechs Jahren in der Regel ein grundlegendes Verständnis für Zahlen entwickelt haben und einfache Rechenaufgaben lösen können. Das Budget sollte überschaubar sein und stets regelmäßig ausgezahlt werden: Das Deutsche Jugendinstitut empfiehlt für Sechsjährige einen bis 1,50 Euro in der Woche. Bis zum neunten Lebensjahr steigt die Summe an jedem Geburtstag um 50 Cent. Ab dem zehnten Lebensjahr sollte das Taschengeld monatlich ausgezahlt werden – zwischen 16 und 18,50 Euro hält das Jugendinstitut bei einem Zehnjährigen im Monat für angemessen. „Mit einem monatlichen Budget zu planen erhöht den Schwierigkeitsgrad, da man langfristiger kalkulieren muss“, erklärt Frank Kuczera.

Augen zu und durch

Auch wenn es manchen Eltern angesichts unbedachter Spontankäufe ihrer Sprösslinge schwerfällt – Kinder sollten frei über ihr Taschengeld verfügen dürfen, ihre Ausgaben sollten weder kontrolliert noch an Bedingungen geknüpft werden. Erst recht ist Taschengeldentzug keine geeignete Strafe: „Das selbstständige Verwalten des eigenen Geldes ist ein wichtiger Teil der Finanzerziehung – diese Chance sollte man dem Kind nicht nehmen“, meint Frank Kuczera. Es sei jedoch bei Weitem nicht die einzige Lektion, die Eltern ihren Kindern mit auf den Weg geben sollten. „Wichtig ist, dass in der Familie offen über Geld gesprochen und vermittelt wird, dass hinter dem Geld aus dem Automaten harte Arbeit steckt.“

Sparziele vereinbaren

Für größere Geldgeschenke, etwa zum Geburtstag, gelten andere Regeln als für das Taschengeld: „Für sie sollten Eltern gemeinsam mit den Kindern Sparziele vereinbaren und auf ein Sparkonto einzahlen“, rät Frank Kuczera. „Ist der Anlagehorizont lang, kann man auch für einen Teil des Geldes die Anlage in einem breit gestreuten Fonds in Betracht ziehen. Damit lassen sich auf lange Sicht Gewinne oberhalb der Inflationsgrenze erwirtschaften. Gleichgültig, für welche Anlageform man sich entscheidet – wichtig ist, dass Kinder das Sparen üben und die Erfahrung machen, dass man sich so auch einen großen Wunsch erfüllen kann.“

Quelle: Postbank

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