Weihnachten

Weihnachten unverpackt? Tipps für weniger Müll an Heilig Abend

Quelle: ERGO Group

Das Festmahl ist verputzt und die Geschenke ausgepackt: Zurück bleibt ein Berg an Geschenkpapier, Kartons und Kerzenstumpen. Wohin dann damit? Und geht Weihnachten nicht auch mit weniger Müll? Jonas Weinknecht, Klima- und Umweltschutzexperte der ERGO Versicherung, kennt sich aus mit umweltgerechter Entsorgung und gibt Tipps zur Müllvermeidung rund um Weihnachten.

Weniger Verpackung durch Online-Sammelbestellungen

Nach Angaben des Umweltbundesamtes haben die Deutschen 2017 so viel Verpackungsmüll produziert wie noch nie. Davon sind 47 Prozent auf private Haushalte entfallen. Ein Grund für die Zunahme ist der anhaltende Trend, sich Waren direkt an die Haustür liefern zu lassen. Gerade Weihnachtsgeschenke kaufen die Deutschen immer öfter im Internet: Der Anteil des Online-Handels am Weihnachtsgeschäft wächst seit Jahren stetig. „Das ist für die Schenkenden zwar praktisch, bedeutet aber auch, dass immer mehr Paketverpackungen notwendig sind“, sagt Jonas Weinknecht. Die meisten Online-Händler nutzen zudem Pakete in Standardgrößen, die neben der Ware oft zusätzliches Füllmaterial wie Folien, Pappe oder Styropor enthalten. Ein Tipp für weniger Verpackungsmüll: Den Online-Einkauf für Weihnachten frühzeitig planen und Sammelbestellungen aufgeben.

Geschenke umweltfreundlich verpackt

Vor allem zu Weihnachten kommen glänzende, glitzernde und oft farbenprächtige Geschenkpapiere zum Einsatz. Meist überleben die Verpackungen nur eine Geschenkübergabe und finden sich anschließend zerknüllt am Wohnzimmerboden wieder – und später im Restmüll. Wer der Umwelt etwas Gutes tun möchte, dem rät Jonas Weinknecht, auf Geschenkpapier mit Beschichtungen zu verzichten. Zum einen kann es nicht recycelt werden, sondern landet in der Müllverbrennung. Zum anderen verbraucht bereits seine Herstellung und Verarbeitung viel Energie. Und warum nicht das Geschenkpapier vom letzten Jahr wiederverwenden? Wer neues Papier zum Verpacken sucht, dem empfiehlt der Klima- und Umweltschutzexperte Recyclingpapier: „Als Orientierung können hier der Blaue Engel und das FSC-Siegel dienen: Der Blaue Engel ist das Umweltzeichen der Bundesregierung und gewährleistet bei Geschenkpapier einen hohen Recyclinganteil. Das FSC-Siegel ist ein Zeichen dafür, dass für die Papierherstellung Holz aus nachhaltigem Anbau zum Einsatz kam.“ Wer ganz ohne Verpackung auskommen möchte, kann auch einfach mal Zeit verschenken: Zeit für ein gemeinsames Essen, einen Theaterbesuch oder einen Ausflug.

Umweltfreundlicher Glanz

„Wer auch beim Christbaumschmuck auf Nachhaltigkeit achten möchte, sollte Baumanhänger wie Christbaumkugeln oder Holzfiguren verwenden, die alle Jahre wieder zum Einsatz kommen können“, rät Weinknecht. Die Christbaumkerzen sind heute in den meisten Haushalten elektrisch. Der Umwelt- und Klimaschutzexperte empfiehlt, hier auf energiesparende LED-Varianten zu setzen und die Lichter nicht unnötig über Nacht brennen zu lassen. Reste von echten Kerzen gehören in den Restmüll. Der natürlichste Rohstoff für Kerzen ist Bienenwachs. Andere Kerzen basieren meist auf Paraffin oder Stearin, für deren Herstellung unter anderem Mineralöl oder Palmöl zum Einsatz kommt. Auch für Kerzen gibt es verschiedene Bio-Siegel. Solche zertifizierten Wachskerzen bestehen aus pflanzlichen Fetten, die aus nachhaltigem Anbau stammen. Die nicht nur zur Weihnachtszeit beliebten Teelichter gelten rechtlich als Restmüll. Wer jedoch eine Wertstofftonne in der Nähe hat, sollte die Reste hier entsorgen. Denn der kleine Aluminiumbecher, in dem das Teelicht sitzt, lässt sich gut recyceln.

Quelle: ERGO Group AG

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