Ein Morgen. Ein Mann.

Der Monat, der nichts verspricht

Der Februar beginnt ohne Geräusch.
Kein Knall, kein Neuanfang, kein Gefühl von Aufbruch. Er ist einfach da. Wie ein Raum, den noch niemand eingerichtet hat.

Ich stehe auf, noch bevor es richtig hell wird. Der Morgen ist kühl, die Luft nüchtern. Kein Frost mehr, aber auch keine Milde. Dazwischen. Genau wie ich.

Der Kaffee schmeckt wie immer. Vielleicht ein wenig bitterer, vielleicht bilde ich mir das nur ein. Ich setze mich ans Fenster. Draußen nichts Besonderes. Keine Postkartenstimmung. Kein Grund stehen zu bleiben. Und trotzdem tue ich es.

Der Februar will nichts von mir.
Er verlangt keine Entscheidungen, keine Vorsätze, keine Begeisterung. Er fragt nicht, ob ich bereit bin. Und genau das gefällt mir.

Manche Monate tragen Erwartungen in sich. Dieser hier trägt Stille.
Und vielleicht ist das genug.

Ich atme ein, trinke einen Schluck, schaue hinaus.
Der Tag darf kommen.
Ohne Versprechen.

Ein Morgen. Ein Mann. Ein maennerformat original.