Männer. Meinungen. Jürgen.

Krank sein ist kein Verbrechen.

Hey Männer,

in Deutschland wird gerade wieder viel über Krankheitstage gesprochen.
Zu viele. Zu oft. Zu bequem, heißt es.
Als würde man sich krankmelden, weil man einfach keine Lust auf Arbeit hat.

Ganz ehrlich? Mich macht das wütend.

Nicht, weil ich Arbeit nicht schätze – ganz im Gegenteil.
Sondern weil diese Debatte so tut, als hätten Menschen plötzlich verlernt, Verantwortung zu übernehmen.

Dabei reicht ein Blick in den Alltag.

Wer morgens mit der Bahn unterwegs ist, steht oft bei Wind, Regen, Schnee und Minusgraden auf offenen Bahnsteigen.
Verspätungen. Zugausfälle. Gedränge.
Kein Schutz. Keine Verlässlichkeit.
Aber Hauptsache, pünktlich und gesund im Büro erscheinen.

Als wäre das eine Entscheidung.

Krank wird man nicht, weil man will.
Man wird krank, weil der Körper irgendwann sagt: Stopp.

Weil man zu wenig schläft.
Zu viel schluckt.
Zu lange funktioniert.
Und zu oft hört: Reiß dich zusammen.

Ich finde es gefährlich, Krankheit zu problematisieren.
Denn das setzt Menschen unter Druck, sich krank zur Arbeit zu schleppen und am Ende noch mehr kaputtzumachen.

Gesundheit ist keine Schwäche.
Und ein Krankheitstag kein Zeichen von Faulheit.

Wenn wir wirklich weniger Ausfälle wollen,
dann müssen wir über Arbeitsbedingungen reden.
Über marode Infrastruktur.
Über ständigen Stress.
Über ein System, das Leistung fordert,
aber Erholung belächelt.

Ich sag:
Lasst uns aufhören, Krankheit zu moralisieren.
Und anfangen, Gesundheit ernst zu nehmen.

Denn starke Gesellschaften entstehen nicht dadurch, dass Menschen sich kaputtarbeiten – sondern dadurch, dass sie gesund bleiben dürfen.

Danke fürs Lesen – starke Gedanken brauchen starke Männer.
Und falls du daran zweifelst: Stärke steckt in dir. Vertraue darauf – und zeig es.

Bleib Echt. Bleib Du! 🧡
Man liest sich.
Jürgen